Axylia


Am Morgen des folgenden Tages erklärte Aramar: "Bald sind wir in Olifo. Eine kleine Stadt mit großer Vergangenheit. In den alten Zeiten, als das Paradland noch dicht besiedelt war, wurde dort jede Woche Markt abgehalten. Menschen kamen mit hoch beladenen Wagen. Sie brachten Gemüse, Früchte und Getreide. Paradland war einst die fruchtbarste Gegend in Centratur. Aber Olifo war auch das Ziel für Händler aus allen Landen. Sie kamen mit Fellen, Waffen und sogar Gold und Edelsteinen. Auf dem Markt wurden die Güter getauscht, und jeder machte seinen Gewinn.
So ein Markt zieht aber auch finstere Gestalten an, die rasch reich werden wollen und dies ohne Arbeit. Deshalb werden solche Märkte in der Regel nach ein paar Jahren uninteressant für ehrliche Kaufleute. Sie sind sich dort ihrer Habe und sogar ihres Lebens, nicht mehr sicher, müssen immer mehr Geld für ihren Schutz aufwenden und ziehen es vor, an anderen Orten ihren Geschäften nachzugehen. Wenn sie wegbleiben, so beherrschen Banditen, Hehler und Huren das Feld. Dann wird das Landvolk ausgenommen und um den Lohn seiner mühsamen Arbeit gebracht. Die Leute in Paradland wußten um diese Gefahr und hatten vorgebeugt. Eine Miliz kontrollierte den Markt und natürlich auch alle Straßen von und nach Olifo. Sie galt als sehr streng und strafte drakonisch jeden Gesetzesbruch. Wenn jemand mit falschen Gewichten betrog, so kam er ins Gefängnis. Bei schweren Vergehen wurde gezüchtigt und sogar mit dem Tod bestraft. So herrschten Ruhe und Frieden und der Wohlstand mehrte sich.
Aber der Reichtum des Paradlandes ließ mit den Jahren Mächtige aufmerksam und begehrlich werden. Sie schreckte Miliz und ihre Prügelstrafen nicht. Und doch mußten auch sie sich zurückhalten, denn die großen Könige hatten ein Auge auf Gegend. Sie war ihre Kornkammer, und wurde von ihnen geliebt. Die Händler, die aus aller Welt nach Olifo kamen, waren ihnen willkommen. Deshalb hielten sie ihre Hand über das Land und ließen von ihren Truppen die Grenzen bewachen. Die Grenzen waren im Osten und Norden die Berge, im Westen der Goldfluß und im Süden die Is und das Meer.
Unter so mächtigem Schutz gedieh dieses Land westlich des Thaurgebirges von Jahr zu Jahr prächtiger, und auf der Südstraße, über deren Überreste wir gerade wandern, drängten sich die Reisenden. Niemand konnte unkontrolliert eindringen. Schon in der Grenzstadt Rudia und im Hafen Rufa wurde jeder überprüft. Keiner, der irgendwie verdächtig schien, wurde ins Paradland hineingelassen. Es gibt ein Gerücht, daß sogar Achajer ab und an abgewiesen worden sein sollen. Man war streng und machte sich dadurch natürlich auch viele Feinde.
Als dann die Macht der Könige nach den schrecklichen Kriegen mit Ormor zerbröckelte, und als dann auch noch Malomar von Darken seine gierige Hand nach der Welt ausstreckte und alle Völker, die sich ihm nicht unterwerfen wollten, in Kämpfe verstrickte, war es um den Schutz von Paradland geschehen. Von überall strömten nun Banditen zusammen, und die Mächtigen, die sich so lange hatten zurückhalten müssen, marschierten mit ihren Truppen ein. Da wurde geplündert und gebrandschatzt. Die Bauern folterte man, um ihnen das Versteck ihrer Schätze abzupressen. Die Frauen wurden vergewaltigt, und die Kinder abgeschlachtet.
Als die Heimsuchungen endlich aufgehört hatten, war Paradland entvölkert und verwüstet. Weite Landstriche waren nur noch öde und ohne Leben. Auf den einst so fruchtbaren Feldern wuchs nichts mehr. Die Straßen verkamen zu Wegen, und die Städte verfielen zu unbedeutenden Orten, deren Bewohner sich nur unter großen Mühen über die Winter brachten. So vergingen der Ruhm und der Glanz von Paradland. Olifo werden wir morgen erreichen. Ich bin sicher, von euch ist noch keiner dort gewesen. Und auch ich weiß nicht, wie es heute dort aussieht."
Schon von weitem sahen sie Rauch aus den Schornsteinen des Städtchens quirlen. Die Mauern, die einst die Stadt und den Markt geschätzt hatten, waren eingefallen und geschleift, doch boten ihre Reste den Häusern noch immer Windschutz. Ein abgetragener Turm ragte als Stumpf in den Himmel. Trotz allem machte der Ort einen sicheren Eindruck. Alle freuten sich auf eine Unterkunft und eine ruhige Nacht. Doch bevor sie in der Stadt Einzug halten konnten, mußten sie an mächtigen Galgen vorbei. Zwei Männer und eine Frau hingen dort. Sie hatten verzerrte Gesichter, eine blaue Zunge quoll ihnen aus dem Mund. Ihre Hände waren auf den Rücken gebunden und die Beine seltsam verkrampft. Man hatte sie lange am Strick tanzen lassen, bevor sie erstickt waren. Niemand hatte sich ihrer erbarmt und sich an ihre Füße gehängt. Es war klar, die Bewohner wollten Gesindel abschrecken und hatten Exempel statuiert.
Es dämmerte bereits, als der Wagen zwischen den Häusern zum Halten kam. Diese waren zwei- und dreistöckig und ragten mit ihren Giebeln so weit in die Straße vor, daß zwischen ihnen kaum noch etwas vom Himmel zu sehen war. Männer mit Spießen und grimmigen Gesichtern traten auf die Straße. Sie fragten nach dem Begehr der Reisenden, und Aramar erklärte, daß sie nach Whyten wollten und ein Quartier für die Nacht suchten.
Quartiere gäbe es in der Stadt nicht mehr, wurde ihm geantwortet, und es wäre für alle besser, wenn sie weiterzögen.
Dies wolle man gerne tun, stimmte der Zauberer zu, aber nicht mehr in dieser Nacht. Dann kümmerte er sich nicht weiter um nie Wachen und ihre Waffen, sondern ging an ihnen vorbei, und die anderen folgten ihm, nachdem sie den Wagen abgestellt und nie Pferde versorgt hatten. Obwohl die Nacht noch nicht hereingebrochen war, konnte man auf der Straße kaum etwas erkennen. Es roch nach Abfällen, Kot und Urin. Wenn man nicht aufpaßte, stolperte man über Hühner, die im Dreck der Straße scharrten sind gackernd durch offene Fenster in die Häuser flogen. Schweine versperrten den Weg. Sie wühlten mit ihren Rüsseln in den Abfällen, die aus den Häusern einfach auf die Straße geworfen worden waren. In diesem Augenblick leerte gerade eine Frau einen Eimer mit schmutziger Brühe in die Gosse und bespritzte die Sängerin. Die protestierte lautstark, aber niemand kümmerte sich darum. Achtlos wurde die Tür wieder geschlossen.
"Ich muß einen Besuch machen", sagte Aramar. "Ihr wartet hier!"
"Warum sollen wir hier warten?" meldete sich Urial zu Wort. "Habt Ihr nicht von Vertrauen gesprochen und daß Reisende untereinander keine Geheimnisse haben dürfen? Ihr nehmt Euch das Recht heraus, einfach zu verschwinden, und wir sollen uns damit abfinden!"
Aramar schaute ihn in dem Zwielicht lange an. Er versuchte etwas zu erkennen, was seine Augen nicht sahen. Dann gab er nach.
"Es ist gut. Ihr könnt alle mit mir kommen. Ich suche eine alte Frau und weiß nicht einmal, ob sie noch lebt."
Gemeinsam gingen sie weiter, bis er plötzlich stehenblieb. Das Haus lag am Ende der Straße und stand ein wenig frei. Es gab sogar Platz für einen kleinen Vorgarten. Früher mußten hier reiche Leute gewohnt haben, aber nun war das Anwesen zerfallen. Die oberen Stockwerke fehlten, und nur noch das Fachwerk ragte wie ein Gerippe in die Luft. Der Zauberer pochte gegen das schwarze Holz. Es dauerte eine Weile bis der eiserne Riegel zurückgeschoben und die Tür einen Spalt geöffnet wurde. Ein kleiner Kopf mit weißem, schütterem Haar wurde sichtbar, und eine dünne Greisenstimme fragte: "Wer ist da? Was ist Euer Begehr?"
"Aramar ist hier, Axylia. Der, den man auch den Blauen Alten nennt. Ich bin gekommen, um dir meine Aufwartung zu machen."
Niemand sagte etwas, nichts bewegte sich. Dann flog mit einem Knall die Tür auf, und ein kleines, altes Weibchen stürmte heraus und fiel dem Zauberer um den Hals.
"Wie freue ich mich, daß du da bist! Deine Rückkehr ist die beste Überraschung, die diese trostlose Stadt seit langem erlebt hat. Komm herein, komm herein! Aber wen hast du denn da mitgebracht? Ich sehe, du reist mit großem Gefolge."
Drinnen war es eng, aber wohlig warm. In der Esse brannte ein kleines Feuer. Der Raum war spärlich eingerichtet und so niedrig, daß alle Männer außer dem Zwerg die Köpfe einziehen mußten. Die Frau holte zwei geschnitzte Stühle aus dem Nebenraum, dann hatten alle einen Platz gefunden.
"Nun erzähl aber", sagte sie. "Wo kommt ihr her, und wo geht ihr hin?"
Zuerst stellte Aramar jeden der Reisegesellschaft vor. Nur bei Urial stockte er, nannte dann jedoch dessen Namen und Beruf.
"Ein Zauberer, und sogar einer, der heilen kann?" fragte die alte Frau interessiert. "Das ist gut. Auch ich habe mich ein wenig mit der Heilkunde beschäftigt. Vielleicht können wir später einige Erfahrungen austauschen?"
"Ich glaube nicht, daß wir dazu Zeit finden werden. Im übrigen habe ich die Heilkunde studiert und bin von meinen Oberen geprüft worden. Welche Erfahrungen hätte ich mit einem Kräuterweiblein auszutauschen?" wurde ihr barsch von Urial beschieden.
Unterdessen hatte Axylia einen großen, eisernen Topf über das offene Feuer in der Esse gehängt. Ihn füllte sie mit Wasser aus einem Eimer und schüttete, als es kochte, zerstampfte Hirse und Weizen hinein. Dann holte sie aus der Speisekammer ein Säckchen mit getrockneten Kräutern und würzte den Brei sorgfältig. Während er kochte, rührte sie ihn beständig mit einem langen hölzernen Löffel um. Schließlich servierte sie die dampfende Köstlichkeit auf Holztellern. Jeder zog seinen Löffel aus der Tasche, und dann wurde eine Weile nichts mehr geredet.
"Wo können wir schlafen?" fragte Aramar endlich. "Gibt es hier ein Gasthaus?"
"Die Zeiten, wo hier Fremde übernachtet haben, sind schon lange vorbei. Früher gab es hier eine Herberge neben der anderen. Heute sehen wir Fremde lieber von hinten, und beherbergen tun wir sie schon gar nicht. Wenn ihr also in dieser Stadt bleiben wollt, müßt ihr als Bett mit dem Boden dieser Stube vorliebnehmen."
Sie holte aus der Speisekammer einen bauchigen Krug und schenkte jedem einen tüchtigen Schluck Wein in einen Holzbecher.
"Wenn ihr Wasser dazutun wollt, dort steht der Eimer"
Alle lehnten dankend ab und schlurften langsam das starke Getränk. jedem wurde noch einmal nachgeschenkt.
"Wovon leben die Leute hier?" fragte Fallsta.
"Das ist eine gute Frage. Auf jeden Fall sind die Zeiten des Reichtums lange vorbei. Auf den einst so fruchtbaren Feldern wächst heute kaum noch etwas. Der Boden ist so getränkt mit Blut und Tränen, daß dort keine Pflanzen gedeihen. Nur hartes Gras und dornige Büsche können überleben. Davon ernähren sich Schafe. Aber auch sie werden nicht fett. Die Wolle verkaufen die Leute nach Norden und über die Berge nach Osten. Auf diesen Reisen sind sie lange unterwegs. Sie nehmen auch Besen und Körbe mit, die von einigen Familien gebunden und geflochten werden. Der Erlös ist kärglich und lohnt kaum die Mühe der weiten Fahrten. Aber was soll man machen? Von irgend etwas muß man in Olifo leben. Was ist nur aus der einst blühenden Stadt geworden!"
"Ich habe aber ein Haus gesehen, das gut bestellt war", ließ sich Urial vernehmen.
"Oh, Ihr meint sicher das Anwesen von Blanschier. ja, ihm geht es gut, obwohl er weder Schafe züchtet, noch Besen bindet. oder vielleicht gerade deswegen! Ich weiß jedenfalls nicht, womit er sein Brot verdient. Ich sehe manchmal in der Nacht dunkle Gestalten in sein Haus schleichen. Dann macht er sich selbst auf den Weg und wird wochenlang nicht mehr gesehen."
"Weiß jemand, in welchen Geschäften er unterwegs ist?"
"Ich habe keine Ahnung."
"Wie kommt es", ließ sich der schweigsame Zwerg vernehmen, "daß Ihr heute noch lebt, die Ihr vor langer Zeit die blühende Stadt gesehen habt?"
"Ihr müßt nicht glauben, daß dieses lange Leben eine Freude für mich ist, Herr Zwerg. Aber es wäre eine ausführliche Geschichte, und ich will Eure Begleiter damit nicht langweilen. Aramar kennt sie im übrigen."
"Die Gefahr dieser Langeweile würde ich gerne eingehen", fiel Fallsta ein.
"O ja, erzählt", bettelte nun auch Galowyn.
"Ich weiß doch gar nicht, wo ich anfangen soll", meinte Axylia verlegen.
"Erzähle von deiner Kindheit, und wie wir uns kennengelernt haben." Aramar versuchte ihr zu helfen.

"Es ist lange her, doch erinnere ich mich an meine Kindheit besser als an so manches Jahrzehnt danach. Ich war ein kleines Mädchen, hatte schwarze Haare und trug ein buntes Kleid. Obwohl der Raum in der Stadt eng und teuer war, war unser Haus von einem Garten umgeben, und dort blühten so viele Blumen, daß ich sie gar nicht aufzählen kann. Auch ein kleiner Brunnen plätscherte Tag und Nacht. Wir hatten einen eigenen Gärtner. Selbst ich als Kind bewohnte eine eigene kleine Kammer. Mein Vater galt als reich. Unser Haus war groß. Über seine drei Stockwerke ragte noch ein hoher Giebel. Dort wurden die Waren gelagert, mit denen mein Vater Handel trieb. Sie wurden außen mit Seilen hochgezogen. Zwei Männer führten genau Buch über das, was hereinkam, und das, was hinausging. Meine Mutter war eine freundliche, gutherzige Frau. Mit sanfter Hand führte sie ganz allein den großen Hausstand, denn mein Vater hatte dafür wenig Zeit, und jeder war zufrieden.
In der Stadt war pulsierendes Leben in solcher Fülle, daß man es sich heute gar nicht mehr vorstellen kann. In vierzehn Gasthöfen drängten sich Fremde. Überall wurden Geschäfte gemacht. In der Mitte der Stadt war ein großer freier Platz. In seinem Zentrum stand eine Linde. Er war die Quelle allen Wohlstandes. Man nannte ihn nur >Der Markt<. Zweimal in der Woche durften dort Stände auf gebaut und Buden aufgeschlagen werden. Dann wurde gehandelt und gefeilscht. Aber auch in der übrigen Woche traf man sich in den Gaststuben und Kontoren und kaufte und verkaufte.
Über die Stadt wachten die Hüter. Sie waren die einzigen, die Waffen tragen durften, und sie waren überall. Sie kontrollierten die Gewichte der Händler, patrouillierten nachts auf den Straßen und hielten Mauern und Tore besetzt. Wenn es über einen Vertrag Streitigkeiten gab, so wandte man sich an sie, und niemand wagte ihnen zu widersprechen. Sie waren hart, aber gerecht. Vor ihrem Gericht erscheinen zu müssen, galt als schlimmes Schicksal. Schon den Kindern wurde gedroht, man werde sie vor die Hüter bringen, wenn sie nicht artig wären. Der Herr aller Hüter hieß Argonat. Er war der beste Freund meines Vaters. Ich war ihm schon als Kind versprochen worden.
Natürlich wußte ich, daß ich eines Tages Argonat heiraten würde, und ich war stolz darauf. jede Frau der Stadt hätte sich ihm mit Freuden und ohne zu zögern hingegeben. Er dürfte in der Tat auch so manches Mal schwach geworden sein. Ich erinnere mich heute an einige Einzelheiten, die ich als Kind nicht deuten konnte. Damals aber war ich der festen Meinung, er würde nur auf mich warten. Argonat war zu mir zuvorkommend und behandelte das vierzehnjährige Mädchen wie eine Dame. Jeder in der Stadt wußte um meine Zukunft und ging mit ausgesuchter Höflichkeit mit mir um. Manche der Einwohner waren beinahe devot zu mir. Dies war für ein junges Ding natürlich etwas zuviel der Ehre. Ich wurde schnippisch und hochnäsig. Wenn mein Vater dies bemerkte, wies er mich scharf zurecht. Aber die Mutter beruhigte ihn dann und meinte, dies würde sich schon wieder geben, es sei natürlich. Vor dem Einschlafen dachte ich stets an den Herrn der Hüter. Geträumt aber habe ich von Mirx, dem Jungen, der am Ende der Straße wohnte.
So wurde ich fünfzehn und dann sechzehn Jahre alt. An meinem achtzehnten Geburtstag sollte Hochzeit sein. Zuvor begannen jedoch die dunklen Jahre. Wir wußten damals nur noch nicht, daß es der Anfang vom Ende war. Als wir hörten, daß die Wachen von unseren Grenzen abgezogen worden waren, beunruhigte uns dies nicht weiter. Wir forschten auch nicht nach den Ursachen. Zu lange schon war uns Friede und Wohlstand geschenkt gewesen. Die Vorstellung, daß uns eine Gefahr drohen könnte, war uns mit den Jahren fremd geworden.
Doch Argonat war ein vorsichtiger Mann. Er sammelte seine Hüter um sich und machte sich zu den Grenzen auf, um dort seine Leute zu postieren. Er ließ nur eine kleine Schar als Wache zurück und wollte selbst in wenigen Wochen wiederkommen. So nahm der Alltag seinen Lauf, und alles ging seinen gewohnten Gang. Nur für mich traf dies nicht zu. Ich hatte mich schließlich um meinen kommenden Gemahl zu sorgen. Deshalb wandelte ich jeden Tag um die Mittagszeit zur Stadtmauer und stieg auf den höchsten Turm. Dort stand ich, eine hohe, schlanke Gestalt im weißen Kleid, das im Wind flatterte, und sah versonnen in die Ferne. in der Stadt wurde überall über mich und meine Treue geredet. Um die Mittagsstunde sah man auf den Turm, und man sah mich.
So vergingen die Tage und die Wochen, und niemand wurde unruhig. Nur erregte ich bald kein Aufsehen mehr, und die Gänge zum Turm wurden mir lästig. Zu Hause war ich von Fürsorge und Verständnis umgeben. Man nahm Rücksicht auf mich und meine Sorge. So mancher gute Bissen wurde mir zugesteckt, und alle versuchten, mich aufzuheitern und redeten mit mir nur über schöne Dinge.

Dann endlich begann man sich in der Stadt doch Sorgen zu machen. Dunkle Gestalten waren in unseren Mauern aufgetaucht, und niemand war da, der sie aus der Stadt hätte weisen können. Zwei der zurückgelassenen Wachen fand man eines Morgens mit durchschnittenen Kehlen, und ein Dritter wurde abgestochen, als er eine Rauferei schlichten wollte. Der Vierte ward nicht mehr gesehen, und man wußte nicht, ob auch er ermordet oder nur geflohen war. Im elterlichen Haus herrschten nun Trübsinn und Sorge. Vater war gereizt, und beim Essen wurde kaum noch ein Wort gesprochen. Schlimme Nächte begannen. Wilde Horden zogen nach Einbruch der Dunkelheit durch die Straßen, warfen Fensterscheiben ein und verprügelten Bürger. Doch das genügte ihnen bald nicht mehr. Sie begannen, Türen aufzubrechen, schlugen die Menschen nieder und plünderten die Häuser. Und da war niemand, der ihnen hätte Einhalt gebieten können. Von Tag zu Tag wurden die Schurken zahlreicher, und das Leben in der Stadt unerträglicher. Bald konnte man sich auch am Tag nicht mehr auf die Straßen wagen.
Vater trug nun Waffen und hatte alle seine Knechte im Haus versammelt. Nachts wurden Wachen aufgestellt. Die reichen Kaufleute trafen sich bei uns und berieten, was zu tun sei, aber niemand wußte einen brauchbaren Rat. Man beschloß, die Habe der Familien aus der Stadt zu schaffen und bereitete die Flucht vor. Doch die Kunde, die von außerhalb der Mauern kam, verhieß nichts Gutes. Dort wüteten die Banden noch schlimmer als in der Stadt. So wurde die Abreise immer wieder aufgeschoben. In dieser Zeit saß ich oft im Garten und versuchte, mir über meine Gefühle klarzuwerden. Ich mußte um meinen zukünftigen Gemahl trauern und empfand doch keine Trauer. Gleichzeitig aber sah ich mich als Witwe, die nun ohne einen Mann ins Grab würde gehen müssen. Wie bedauerte ich mich dafür, ich dummes, törichtes Geschöpf!
Lassen wir das! Ich verliere mich in Erinnerungen. Verzeiht einer alten Frau, wenn sie vom Faden der Geschichte ein wenig abschweift. Aber wenn man alt wird, dann gehen einem so manche Gedanken durch den Kopf. Was wollte ich Oberhaupt erzählen? Ach ja, warum ich so alt geworden bin. Mein Alter hat etwas mit dem Untergang von Olifo zu tun. Ich sehe Eure erstaunten Gesichter. Ja, mit dem Untergang dieser Stadt! Und da war dann noch der Blaue Alte.
Aramar, du sollst nicht lächeln! Auch du spielst eine Rolle in meiner Geschichte. Ich glaube, du hast eine Zeitlang in allen Geschichten von Centratur eine Rolle gespielt! Aber ich werde müde. Berichte du nun, was du damals erlebt hast. Ich will dich dann ergänzen."

Schwer atmend hatte sich die alte Frau auf einen Hocker am Feuer gesetzt, nachdem sie zuletzt erregt auf und ab gegangen war. Aramar, der den Kopf in seinen beiden Händen geborgen hatte, richtete sich auf und sagte mit schwerer Stimme: "Man hatte mir von den Vorkommnissen in Paradland berichtet. Während die Könige ihre Streitkräfte zum letzten Aufgebot sammelten, verließ ich die Heere, um dort nach dem Rechten zu sehen. Eines Tages gegen Abend kam ich hier an. Mein Pferd mußte sich seinen Weg durch eine grölende Menge bahnen, die sich in den engen Gassen drängte. Die Strolche trugen Truhen auf den Schultern und zogen kreischende Frauen mit sich. Berittene sprengten in die Stadt und aus der Stadt, deshalb fiel ich als einzelner Reiter nicht weiter auf. Als ich am Marktplatz angekommen war, sah ich rote Flammen am Himmel. Irgendein Wahnsinniger mußte in seinem Übermut beim Plündern ein Haus angezündet haben.
Hier gab es nichts mehr zu retten. Das beste war, die Stadt so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Ich saß ab, nahm mein Pferd am Zügel und versuchte, mit dem Strom der Diebe aus der Stadt zu schwimmen. Da sah ich dieses Haus hier. Seine schweren Fensterläden waren eingeschlagen, Flammen schlugen aus den oberen Stockwerken und Schurken schleppten Möbel und Hausrat aus dem Tor. Mitten in dem Chaos stand eine weiße Gestalt. Es war eine junge Frau, und sie machte ein so entrücktes Gesicht, als ginge sie dies alles nichts an. Sie schien einen unsichtbaren Schutzschild um sich zu haben, der die gierigen Hände der Mordbrenner von ihr abhielt. Scheu machten die wilden Gesellen um sie einen Bogen.
Ich überlegte nicht lange, schwang mich in den Sattel, drängte mich durch die Horde und riß die Frau zu mir aufs Pferd. Dann gab ich dem Tier die Sporen und ritt wie der Teufel zum nächsten Stadttor. Ich muß wohl eine ganze Reihe Plünderer niedergeritten haben. Wir verließen unbehelligt die untergehende Stadt. Mein Pferd galoppierte, als wäre ein Rudel Wölfe hinter ihm her, und als ich mich schließlich umsah, stand ganz Olifo in Flammen. Irgendwann hielt ich an und wickelte das in seinem dünnen Kleid frierende Mädchen in meine Reisedecke. Dann jagten wir weiter durch die Nacht, und der Schein der brennenden Stadt begleitete uns noch lange. Wenn wir rasteten und zu schlafen versuchten, wärmte ich die junge Frau mit meinem Körper. Ich vermied die Südstraße, denn auf ihr waren streunende Banden unterwegs. Nach Tagen erreichten wir das Tal Rotamin. Dort stand Loron, der hohe Turm, den Sophil im Auftrag des Weißen Rates beherrschte. Endlich waren wir in Sicherheit.

Ich half dem völlig erschöpften Mädchen die vielen Stufen hinauf und bettete es auf eine Liege im Innern des Turms. Die Frau hatte auf der ganzen Reise kein einziges Wort gesprochen. Sophils Diener brachten Getränke und leichte Speisen. Ich versuchte, ihr etwas heißen Wein mit kräftigen Gewürzen einzuflößen, doch sie wehrte ab und lag nur starr da, den Blick auf die Decke des Zimmers gerichtet. Weil Sophil und ich uns nicht weiterzuhelfen wußten, sprachen wir einen kräftigen Zauber, und das Mädchen fiel in einen tiefen, heilsamen Schlaf.
Während die Kraft in den jungen Leib zurückkehrte, saßen wir zusammen und berieten die Veränderungen in der Welt. Mit dem Fall von Olifo und dem Untergang des Paradlandes fehlte ein wesentlicher Sicherheitspfeiler im Kampf gegen die Heere des Feindes. Im Herzen von Centratur war damit ein Eitergeschwür ausgebrochen, das alles zu vergiften drohte. Es war ein Fehler gewesen, den Schutz von Paradland aufzugeben. Ein Fehler, der nicht wieder gutzumachen war.

Nachdem sie zwei Tage geschlafen hatte, erwachte die junge Frau mit einem großen Appetit. Sie aß, und ihre Augen blieben trocken. Endlich wandte sie sich an mich, und ich hörte die ersten Worte aus ihrem Mund: >Werde ich nun nie mehr einen Mann und Kinder haben?< Und dann nach einer Weile: 'Was wißt Ihr von meinen EItern?'
Ich tröstete sie, sagte, natürlich werde sie noch mit einem Mann glücklich werden und viele Kinder haben. Ihre Eltern hätten sich vielleicht retten können, und man solle die Hoffnung nie aufgeben. Alles werde wieder gut. Ich sprach all den Unsinn, den wir in solchen Situationen als Tröstung verstehen. Im Grunde sind es blinde Zusagen, von denen wir genau wissen, daß wir sie nicht halten können. Wir versuchen, einer schwarzen Welt einen rosa Überzug zu geben und glauben, dies wäre Hilfe in der Not.
Axylia schwieg trotz meiner Bemühungen beharrlich. Da schaltete sich Sophil ein. Er machte ein großzügiges Angebot. Der Loron ist ein ganz besonderer Turm. Er ist an einem heiligen Ort gebaut, und bei seiner Errichtung wurden mächtige Zauberworte in die Steine gewoben. Deshalb ist er auch unzerstörbar. Es mag sein, daß dies an der besonderen Lage in diesem Tal liegt oder an der Beschaffenheit des Bodens und der Berge ringsum, vielleicht aber auch an der besonderen Kunst derjenigen, die vor undenklichen Zeiten hier gelebt haben. In seiner Spitze wird gleichsam die Kraft des Alls gebündelt. Wie in einem Brennspiegel, der die Strahlen der Sonne vereint, konzentriert sich hier die Macht der Geisterwelt. Nur wenige Auserwählte dürfen diesen Ort betreten, dem die, die über den Sternen wohnen, so nah sind. Nur wenige aber können diesen direkten Kontakt auch aushalten. Die Mitglieder unseres Ordens wurden dafür geschult und haben sich in jahrelangen Exerzitien in unseren Klöstern mit Meditation und geistiger Arbeit darauf vorbereitet. Und selbst von uns Zauberern dürfen einige die Spitze des Turmes nicht betreten.
Ich glaube, Sophil dauerte das Mädchen, und deshalb setzte er sich über die Vorschriften hinweg. Im übrigen war er als der Hüter von Loron der einzige, der dies wagen durfte. Er machte also Axylia das Angebot, auf der Turmspitze ihre Zukunft zu erfahren."

"Von hier an erinnere ich mich wieder", schaltete sich Axylia ein. "Vor mir standen zwei alte Männer, die sich stritten. Der eine sagte: 'Das kannst du doch nicht zulassen. Du weißt genau, wie gefährlich es ist.'
Und der andere erwiderte: 'Manchmal verlangt die Barmherzigkeit ein Risiko.'
Ich verstand nicht recht, um was es ging, sondern hörte nur Bruchstücke wie 'das Gesetz' ... 'sie ist doch nicht vorbereitet' ... 'ich bin der Hüter' ... 'diese Verantwortung können wir nicht tragen'."

"Meine Bedenken damals muß ich erklären", unterbrach sie der Zauberer. "Es ist immer gefährlich, sich den Mächtigen zu nähern. Deshalb sollte man dies niemals ohne Not tun. Eine Laune, ein plötzlicher Einfall von ihnen kann ein Leben verändern, ohne daß sie selbst weiter darüber nachdenken. Sie sehen euch, und es kommt ihnen plötzlich ein Auftrag in den Sinn, den sie euch erteilen könnten, der euer Leben gefährdet. Oder sie sind vielleicht in schlechter Stimmung und lassen sich zu einem ungerechten Urteil hinreißen. Wenn man den Mächtigen unter die Augen tritt, muß man mit allem rechnen, mit Tod oder großem Glück. Selbst wenn sie euch nicht übel gesinnt sind, ist der Umgang mit ihnen bedenklich. Ich will euch dazu ein Beispiel geben. Nehmen wir an, ein wirklich guter Reiter wird eines Tages von seinem Fürsten besucht. Der Reiter hat aber schlecht geschlafen und deshalb keinen guten Tag oder ein besonders wildes Pferd oder einfach nur Pech. Das Pferd wirft ihn also vor den Augen seines Fürsten ab. Dieser dreht ihm daraus natürlich keinen Strick. Aber wann immer das Gespräch auf den Reiter kommt, wird der Fürst sagen: 'Aha, das ist doch der, den das Pferd abgeworfen hat!' Diese Meinung ist zwar ungerecht, aber verständlich, denn die einzige Erinnerung des Fürsten an den Mann sind dessen mißlungene Reitkünste.
Es ist also nicht ungefährlich und selten ohne Folgen, wenn man sich den Mächtigen unter den Menschen nähert. Diese Erfahrung gilt erst recht für die Mächtigen über den Sternen! Axylia war auf eine Begegnung mit ihnen nicht vorbereitet."

"Ich unterbrach den Disput der Männer", schaltete sich die alte Frau wieder ein, die bei den langatmigen Ausführungen des Zauberers ungeduldig geworden war. "Ich sagte, ich wolle das Risiko auf mich nehmen und zwar schon in dieser Nacht. Aramar gab seufzend nach, und sie begleiteten mich zusammen zur Treppe, die in die sternengekrönte Finsternis führte. Ich müsse allein gehen, sagten sie mir. Dann gaben sie mir ihre guten Wünsche mit, und ich stieg nach oben. Auf diesem Weg überfiel mich plötzlich die Angst und zwar so sehr, daß mir schwindelig wurde und ich am ganzen Körper zitterte. Doch ich erklomm Stufe um Stufe.
Auf dem Dach stand ich zwischen vier spitzen Säulen, und es geschah lange Zeit nichts. Man hatte mir keine Anweisungen gegeben, was zu tun sei, und so wartete ich. Und während ich wartete, sah ich in den nächtlichen Himmel. Ich sah die Myriaden von Sternen, sah das breite Band der Milchstraße. Es war wunderbar. Dieser Himmel war das Schönste, was ich jemals in meinem Leben gesehen hatte. Ich vergaß alles Leid der letzten Tage, alle Schrecken und Nöte. Ich sah nur noch den Himmel um mich und fühlte mich in ihm geborgen.
In diesem Augenblick des höchsten Glücks erfaßte mich ein mächtiger Windstoß. Der Wind umklammerte mich und riß mir die Kleider vom Leib. Nackt stand ich da in meiner Unschuld, und meine weiße Haut leuchtete in der Finsternis. Und wieder kam ein Windstoß. Diesmal warf er mich zu Boden. Aber ich fiel nicht hart, denn der gleiche Wind fing mich auf. Ich lag auf dem Rücken, meine Beine waren weit gespreizt, und der Wind umgab mich. Er war überall auf mir und auch in mir. Ich war ganz erfüllt von dem Wind, und der Wind war mir vertraut, wie nur der Gemahl vertraut sein kann. Endlich ließ der Wind von mir ab. Ich erhob mich taumelnd, raffte meine Kleider zusammen und tastete mich zitternd die Treppe hinunter. Die alten Männer erwarteten mich, sahen mich an und wußten Bescheid. Es wurde nicht viel gesprochen.
Lediglich Sophil sagte: 'Nun hast du deinen Gemahl doch noch gefunden.'
Sie brachten mich zu Bett, und Aramar hielt die ganze Nacht über bei mir Wache. Tage später ritten wir zurück ins Paradland, und obgleich an mir nichts besonderes war, und niemand von den Erlebnissen auf dem Loron wissen konnte, kamen von überall Menschen zu mir. Auch versprengte Hüter erschienen und schlossen sich mir an. Sie, die Gefolgsleute meines toten Bräutigams übertrugen mir, dem Mädchen, nein besser der Frau, die Führung und unterwarfen sich meinem Urteil. Bauern, die den Sturm überlebt hatten, machten sich zu mir auf. Als Waffen hatten sie Dreschflegel und Sensen mitgebracht. Wir begannen, gegen die Eindringlinge zu kämpfen. Der Kampf dauerte viele Jahre. Er war hart und grausam und ging oft über meine Kräfte. Aber wenn ich aufgeben wollte, so fühlte ich in mir ein Feuer, und auf den weiten Feldern umschmeichelte mich der Wind. Dann konnte ich auch wieder das Feuer in den Herzen meiner Gefolgsleute entzünden.

Der Kampf wurde gewonnen. Im Paradland konnte man wieder leben. Wir richteten die Häuser notdürftig her und zogen ein. Doch es wurde nie mehr so wie früher. Die Leute starben einer nach den anderen. Die Jahre vergingen. Ich blieb, und das Alter kam nur langsam über mich. Ich weiß nicht mehr, für wie viele Menschen ich den Glanz der Jugend ausstrahlte. Viele Männer kamen und freiten um mich, und so mancher gefiel mir. Doch keinem konnte ich mein Wort geben, denn ich war schon vergeben. So blieb ich ledig und war doch in all der Zeit nie allein. Aramar besuchte mich, wann immer er konnte, und wir hatten viel Spaß zusammen. Er war der einzige, der mein Geheimnis kannte, und nun wißt auch Ihr Bescheid. Ich weiß nicht, warum ich Euch alles erzählt habe, aber es schien mir an der Zeit. Vielleicht kennt Aramar den Grund, warum mir jetzt erlaubt wurde zu reden?"
Die Reisegesellschaft hatte schweigend und mit großen Augen zugehört. Auch nachdem Axylia geendet hatte, sagte niemand ein Wort.
Der Zauberer meldete sich: "Axylia, Liebes, du sollst mit uns nach Whyten kommen. Ich brauche dich!"
"Was soll ich in Whyten? Ich gehöre hierher ins Paradland. Ich bin die Frau des Paradlandes. Was willst du von mir?"
"Das weiß ich selbst noch nicht genau. Du wirst gebraucht, da bin ich sicher. Bitte komme mit uns."
Bedächtig nickte Axylia, und alle legten sich auf den Boden zum Schlafen.
Am nächsten Morgen brach die Gemeinschaft früh auf. Die alte Frau hatte ein Bündel geschnürt und das Haus fest verschlossen. Dann wanderten sie unter den neugierigen Blicken der Bürger von Olifo, die alle zusammengeströmt waren, zur Stadt hinaus. Verstohlen hörte man böse Worte über Fremde, die man lieber von hinten sehe. Das naßkalte Wetter hatte sich verzogen, und ein strahlender Sonnenschein begleitete sie. Es war die rechte Zeit zum Reisen, und Galowyn sang mit klarer Stimme ein Lied. Urial trieb schweigend sein Maultier an, aber seine Augen blickten nicht mehr so finster wie am Vortag. Axylia ritt auf einem Esel hinter der Gruppe her.

copyright Paul List Verlag 1996


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